Die Feencon 2024

Nach der RPV ist vor der Feencon? Ja, so sieht es zumindest bei mir dieses Jahr aus 🙂

Feencon 2024 - Fee von
Das Plakat mit der neuen Fee von Drachenwinter

Am Samstag, den 29.6. geht es los und ich werde auch erst an dem Tag anreisen, dieses Mal mit der ganzen 4-köpfigen Familie. Ich bin gespannt, wie es insbesondere der Jüngsten gefallen wird.

Der blaue Gnom macht Pause

Der blaue Gnom am Kamin wurde gezeichnet von Don Kringel (2024 auf der RPV)

Der Besuch der RP Verse-Convention in Oberhausen war ein wunderbares Erlebnis und im sogenannten „Artist Verse“, das leider etwas versteckt und nur über verwinkelte Treppen erreichbar war, konnte ich mir die Stände der vielen tollen Künstler*innen dort anschauen.

Ein Comic von Don Kringel und das Aussehen der Orkin in dieser Geschichte („Tall Poppies„) hatten für mich den Ausschlag gegeben, sie um ein Bild von Vindariel zu bitten. Da ich dem blauen Gnom auch einmal etwas Ruhe gönnen wollte, nach den Auseinandersetzungen mit Riesenbären und -kraken, schlug ich eine geruhsame Szene am Kamin vor.

Das ist so richtig schön umgesetzt worden, mit dem stimmungsvollen Licht des Feuers und einem zufriedenen Gesichtsausdruck von Vindariel. Seine Freude rührt sicherlich auch daher, dass er endlich seine Kleidung reinigen und den Schlamm und Staub von den anstrengenden Reisen loswerden konnte.

Ratatouille? Ein Rezept, hier? Warum?

Ein Rezept findet hier seinen Platz, weil am heutigen Tag das DORP-Community-Kochbuch „Kochen für die Meute“ erschienen ist und weil der blaue Gnom auch eines beisteuern durfte:

Kochen für die Meute Cover

https://www.die-dorp.de/blog/kochen-fuer-die-meute/
Im Herbst rief Thomas Michalski im DORPcast zur Sammlung von Rezepten auf, die zur Verköstigung einer „Meute“ von Rollenspieler*innen geeignet sind, also für einen großen, nicht virtuell stattfindenden Rollenspielabend. Kurz nach dem Abgabetermin vom 30.9. habe ich meinen Beitrag eingereicht und bekam von Thomas die freundliche Auskunft, dass mein sehr gemüsehaltiges Rezept auch noch ins Buch gelangen wird.
Nun ist das Community-Kochbuch fertig, obwohl der Herausgeber aktuell wohl noch von Corona niedergestreckt dahinsiecht.
Gute Besserung Thomas und hoffentlich hast du genug zu Essen im Haus!

Das Buch ist jetzt bei DriveThruRPG erhältlich, 90 Seiten lang und enthält ganze 60 Rezepte. Dabei findet sich von „Eine Flasche Essig“ (sehr lesenswertes Rezept) über „Shoggothen“ und Chili con und sin Carne sehr viel Inspiration, um die Gruppe Freunde zu verköstigen, die ihr beherbergt oder besucht, um mit ihnen in andere Welten abzutauchen.
Um aus Thomas‘ Vorwort zu zitieren:

Vielleicht ist es nur Naschwerk, vielleicht bestellt ihr gemeinsam bei einem Lieferdienst, vielleicht – und da kommt dieses Buch ins Spiel – kocht ihr aber auch selbst. Vielleicht unterbrecht ihr das Spiel und nutzt die Gelegenheit, auch noch über
alles vom Politikgeschehen bis zu den neuesten Trailern zu diskutieren, vielleicht spielt aber auch weiter und verkündet mampfernd mit vollem Mund, „daff ihr dem Monfter nun einf mit dem Knüppel verpafft“.

Kochen für die Meute, S. 4

Die Erlöse aus dem Verkauf der PDF und der für später geplanten Druckversion werden dabei in den Topf (no pun intended) gerührt, der auch aus anderen wohltätigen Projekten der DORP gespeist wird. Am Ende jeden Jahres wird stets die Zuhörerschaft des DORPcast befragt, an welche Organisation das Geld gehen soll (in den letzten Jahren waren das oft die Ärzte ohne Grenzen / Médecins sans frontières).

Mehr über „Kochen für die Meute“ auf der DORP-Seite: www.die-dorp.de/blog/kochen-fuer-die-meute

„Kochen für die Meute“ auf DriveThruRPG: www.drivethrurpg.com/product/429799/Kochen-fur-die-Meute

Nun aber ran ans Gemüse – was hat eigentlich Vindariel, der blaue Gnom, mit diesem Gericht zu tun?

Ratta-Ui

So weit entfernt von großen Städten und so tief im Süden hatte Vindariel nicht viel erhofft, als er nach einem zermürbenden Reisetag mit seinen Gefährtinnen und Gefährten in dieser kleinen Herberge einkehrte. Zum Schlafen ein Platz im Stroh, mehr konnte die Wirtin ihnen nicht anbieten – aber immerhin würde er so nachts ein Auge auf sein Pony werfen können.
In der Gaststube roch es dann aber überraschend gut, der Knoblauchgeruch in der Luft versprach zumindest mehr als faden Haferschleim.

Als dann nur eine große Schüssel aufgetragen wurde, sank die Begeisterung wieder – eine undefinierbare, rötliche Masse schwappte darin, die unangenehm an das Ergebnis der Kämpfe vom Vortag erinnerte.
Aber dieser Geruch – jetzt war da weit mehr als Knoblauch, da mussten Kräuter enthalten sein, die selbst dem gnomischen Feinschmecker Vindariel unbekannt waren.

Nun wurde noch weißes, krosses Brot dazu gestellt und dann begannen alle das große Löffeln. Was gibt es da noch zu erzählen – die Schüssel wurde leer und Vindariel stand am Ende auf dem Tisch, um mit dem Brot auch noch die letzten Spuren dieser “Ratta-Ui” aus der Schale zu wischen.

Einleitung zum Ratatouille-Rezept in „Kochen für die Meute“ auf S. 68f

Warum Ratatouille?

Lecker, lecker!

Die Ratatouille ist aus meiner Sicht aus mehreren Gründen ein gut geeignetes Rezept für einen Rollenspielabend.
Einerseits können meist alle mitessen – es sind nur pflanzliche Bestandteile enthalten, also können auch Veganer zulangen. Ausgenommen sind natürlich Unverträglichkeiten, wie zum Beispiel gegen Tomaten.
Ratatouille ist aber auch eine hervorragende Beilage und kann ein Fleischgericht zu etwas Besonderem machen. Ein Stück Rosmarin-Lammkeule, ein paar Ofenkartoffeln und dazu Ratatouille ist vielleicht viel Aufwand, aber auch ein wahres Festessen.

Außerdem kann man Ratatouille gut im Voraus vorbereiten und muss sie dann nur noch aufwärmen. Ratatouille gehört ohnehin zu den Gerichten, die davon profitieren, ein zweites Mal zum Köcheln gebracht zu werden.

Zutaten

In etwa dieselbe Menge (Gramm) von folgendem Gemüse:

Auberginen (~2 Stück)

Zucchini (~2 Stück)

Paprika (~4 Stück)

Zwiebeln (~5 mittlere)

Die Angaben in den Klammern sind ein Vorschlag – genaues Abwiegen zerstört übrigens den Zauber des Rezeptes 😉

Tomaten und/oder passierte Tomaten
Entweder – bei der Menge wie oben vorgeschlagen – rund 500 Gramm reife und geschälte Tomaten mit viel Fruchtfleisch (die Cœur de bœuf wären ein Traum), oder einen halben Liter fertig passierte Tomaten.

Knoblauch (à volonté…)
Olivenöl
1 Thymianzweig
1 Lorbeerblatt
Kräuter der Provence, Salz, Pfeffer

Zubereitung

Zuerst: Gemüse schnippeln!

  • Falls zutreffend: Tomaten schälen und vierteln
  • Auberginen und Zucchini in knapp fingerdicke Scheiben schneiden und je nach Größe halbieren oder vierteln
  • Paprika in Streifen schneiden
  • Die Zwiebeln in Spalten schneiden

Auberginen und Zucchini

Auberginen und Zucchini getrennt (zusammen passt das auch selten in einen Topf oder Pfanne) in Olivenöl anbraten und etwa 15 Minuten garen und dann beiseite stellen.

Die duftende Basis

Wenn vorhanden, einen gusseisernen Topf für die Ratatouille verwenden, so brennt die Mischung weniger leicht an.
In Olivenöl die Zwiebeln und die Paprika erhitzen, bis sie glasig werden.
Tomaten, Knoblauch (mindestens 3 klein gehackte Zehen), Lorbeerblatt und Thymian hinzufügen. Mit Salz, Pfeffer und Kräutern der Provence würzen und alles zum Köcheln bringen.

Alles zusammen werfen!

Die Zucchini und Auberginen in den Topf geben und alles bei geringer Hitze mindestens eine halbe Stunde weiter köcheln lassen.

Abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.

Am Folgetag den Topf wieder auf den Herd stellen, aufwärmen und hoffen, dass für die Köchin und den Koch auch etwas übrig bleibt.

Bon appétit!

Figurenabend – Das Teufelchen vom Seitenrand

Eine Figur von Andrew May nach mittelalterlichen Seitenrand-Illustrationen, bemalt von mir
Ein Teufelchen? Zwei Teufelchen? Fröhlich oder missmutig?

Diese Figur gehört zu einer Reihe von Metallminiaturen, die der Künstler Andrew May nach Illustrationen in mittelalterlichen Büchern gestaltet hat. Diese ganze kleine Serie wurde also nicht für ein bestimmtes Spiel oder als Alternative zu Monster-Miniaturen anderer Hersteller erdacht, sondern aus der Freude an den Illustrationen, die in manchen Handschriften zu finden waren.
Auf Kickstarter kann man die Kampagne von 2021 noch finden und dort auch Bilder von den Vorlagen anschauen, die Andrew May verwendet hat:
https://www.kickstarter.com/projects/2004599158/medieval-marginalia-miniatures

Eine Auswahl der Figuren dieser Serie – gestaltet und bemalt von Andrew May

Im Dezember 2022 habe ich endlich die erste der Figuren aus dieser Reihe bemalt.
Anders als der Gestalter selbst wollte ich aber nicht versuchen möglichst nah an den Farben der Originale zu bleiben (siehe oben). Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass ich das in der Form überhaupt könnte.
Ich hatte aber Lust darauf, bei diesem grinsenden Kerlchen lebhafte Farben zu verwenden. Der Kopf, auf den er sich lehnt (oder der sein Bauch ist oder den er gebiert? – Es ist vielleicht besser, dass wir das nicht genauer wissen…), schaut dagegen sehr grimmig. Ich habe hauptsächlich auf Gelb, Orange und Rot aus der Reihe der Contrast-Farben zurückgegriffen und diese ein wenig ineinander verlaufen lassen. Für den kleinen Umhang oder Gugel habe ich dagegen unauffälliges Snakebite Leather verwendet und auch seine Hörner habe ich nicht exotisch bemalt. Dennoch bin ich damit bei einer sehr warmen Farbzusammenstellung gelandet und ich bin zufrieden mit dem Ergebnis.

Schon diese Reihe von Figuren hatte mich an die Gestalten von Hieronymus Bosch erinnert. Ob Bosch solche Bildchen kannte und ob es eine Verbindung gibt, weiß ich nicht, aber ich habe eine Quelle gefunden, in der das immerhin nicht ausgeschlossen wird:

https://arthive.com/de/publications/1927~Animal_passion_what_does_bosch_have_in_common_with_weird_pictures_from_medieval_manuscripts

Andrew May hat zumindest auch an diese Bilder gedacht und nun eine Reihe von Figuren nach den Bosch-Bildern angefertigt und auch wieder so bemalt, dass ihre Farbgebung den Figuren auf den Gemälden sehr nahe kommen:

Andrew Mays Bosch – Miniaturenreihe

Die Figuren bietet er aktuell in einer Kickstarter-Kampagne an:

https://www.kickstarter.com/projects/2004599158/hieronymus-bosch-tabletop-miniatures

Nur muss beachtet werden, dass Versand und Zoll beim Kauf der Resin-Figurenreihe auch noch zu Buche schlagen werden.

Wer mehr über die Figuren von Andrew May erfahren möchte, kann ihn auch bei Patreon unterstützen:
https://www.patreon.com/andrewmaymeridianminiatures

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