Jennys letzter Tag?


Der folgende Text stellt In-Character-Gedanken zu einem Wendepunkt im Leben von Jenny dar, einer Schurkin, die ich in einer Dungeon World-Kampagne spiele, in die unser Spielleiter die Strahd-/Ravenloft-Abenteuer in Barovia eingebettet hat. Zu diesen D&D-Abenteuern sind hier Spoiler versteckt, wenn auch nur angeschnitten. Da kann Jenny euch vielleicht zu viel verraten, falls ihr Barovia noch als Spieler bereisen möchtet.

Jenny - hier als Figur einer Schurkin mit Dolch und einer Ratte auf der Base

Jenny kommt aus der Großstadt Laral, kennt sich in den dortigen Gassen (und in den Katakomben darunter) aus. Ihr Leben spielte sich bisher wohl vor allem zwischen der Jagd auf Ratten (und Wertvollerem, wenn ich sie richtig verstanden habe) im Untergrund und der Laraler Taverne ihrer Freundin Flo ab. Dort hatte ich dann auch das Vergnügen, die beiden kennenzulernen. Dieses Leben geriet aber aus den ungewöhnlichen, aber festen Fugen, als sie dem falschen Magier ein Buch stahl und sich zu einem Museumsbesuch überreden ließ. Die nachfolgenden Geschehnisse überschlugen sich wohl und mir fehlt ein übersichtlicher Bericht. Doch hat sie sich dabei wohl auf einen gefährlichen Handel eingelassen.

Aus Vindariels Reisetagebuch
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Entstehung einer neuen Welt

Heute geriet ich in ein frohes Schöpfungs-Chaos, in dem sich eine neue kleine Welt bildete. Wobei – so klein ist sie bereits jetzt nicht mehr.
Eine Gruppe Abenteurer, wahre Helden dieser Welt, lud mich an ihr Lagerfeuer und dann erzählten sie mir von sich, wie sie sich getroffen haben und woher sie kommen. So entstand ihr Kontinent, ihre Welt “Dama” vor meinen Augen.
Schon am nächsten Morgen warfen sie sich in neue gefahrvolle Abenteuer.

Vindariel

Das war eine tolle erste Spielrunde, bei der ich gleichzeitig zum ersten Mal Dungeon World geleitet habe.
Das gemeinsame Worldbuilding war von vornherein der Aspekt, der mich bei diesem Rollenspiel aus der “PbtA”-Familie besonders neugierig gemacht hat und in der Tat wurde genau das ein Höhepunkt dieses Abends (und ehrlich gesagt auch ein Höhepunkt meiner ganzen bisherigen Erlebnisse als Rollenspieler).

Bei diesem ersten Termin nahm die erzählte Erschaffung der Welt, der Helden und ihrer Bande (“Bonds”) untereinander fast die Hälfte der etwa fünf Stunden, die wir hatten, in Anspruch. Das hatte zur Folge, dass uns danach etwas zu wenig Zeit blieb für das eigentliche Szenario. Dazu hatte ich mir einen der 20 Dungeon Starters (wie das Dungeon World-Grundregelwerk bei System Matters erschienen) ausgesucht und vor diesen Dungeon auch noch ein kleines Dorf für etwas mehr Stimmung vorab “geschoben”.
Auch wenn die Gruppe so beim ersten Ausziehen noch nicht viel erleben konnte, bereue ich nichts was die erste Sitzung betrifft. Ich glaube auch, dass es meinen Mitspieler*innen ähnlich ging.
Denn es hat unheimlich viel Spaß gemacht, gemeinsam dieser Welt nach und nach bei ihrer Entstehung zuzuschauen. Ich habe als Spielleiter so wenig wie möglich dazu beigetragen, außer mit Fragen nach dem Hintergrund der Figuren auch mehr über die Welt zu erfahren.